Samos YoungArtists Festival

Slavs and Tatars

20.07.13 - 10.10.13

Long Legged Linguistics

Das 2006 gegründete Kollektiv Slavs and Tatars versteht sich als „Fraktion der Polemik und Intimität“, ein künstlerischer Verbund, der sich „mit dem als Eurasien bekannten Gebiet östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer“ beschäftigt. Die künstlerische Praxis des Kollektivs erstreckt sich aber nicht nur über zahlreiche Landstriche und geografische Regionen, sondern auch über unterschiedlichste Medien, Disziplinen und Formate und deckt dabei ein breites Spektrum unterschiedlicher kultureller Existenzen ab. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den vielfältigen Schnittmengen zwischen slawischen, kaukasischen und zentralasiatischen Einflüssen. In ihren vornehmlich forschungsbasierten Arbeiten beschäftigen sich Slavs and Tatars mit Themen wie dem Altertum und der Vergangenheit oder dem Marginalen und oft Vergessenen und setzen die Ergebnisse ihrer Rechercheprozesse auf poetische Weise in Szene. Zentrales Element ist dabei immer wieder das Thema Sprache.

Sprache ist auch der Ausgangspunkt für Slavs and Tatars neuen Werkzyklus Long Legged Linguistics der das erste mal im Art Space Pythagorion ausgestellt sein wird. Sie dient zum einen als Identitätsstifter und als kommunikatives Hilfsmittel der Verständigung, kann aber auch als Verschleierungsmethode eingesetzt werden. So kann Sprache aufklären, aber auch manipulieren; sie ist verführerisch und schillernd und niemals eindeutig. Und vor allen Dingen kann Sprache helfen geistige, kulturelle und nationale Grenzen zu überwinden. Und so bietet Samos als Schnittstelle zwischen Orient und Okzident mit seinen besonderen politischen und geographischen Gegebenheiten den idealen Rahmen Long Legged Linguistics.

Die Ausstellung wird sich dem Thema Sprache auf performative Weise annähern. Spielerisch und anschaulich werden die gezeigten Skulpturen und Installationen den Betrachter in ein Geflecht aus Symbolen, Bedeutungen und Anspielungen verwickeln. Dabei steht nicht das rationale Vermögen von Sprache im Vordergrund sondern vielmehr ihre subtileren Elemente wie Humor, Travestie oder Parodie deren Potential sich häufig hinter dem vordergründig Gesagten verbirgt.

Foto: Reverse Joy, 2012. “Projects 98,” Museum of Modern Art, New York.